Awareness

Awareness – Umgang mit Gewalt und Konflikten

…ein paar grundlegende Gedanken und Infos um Diskriminierungen, Konflikte und Grenzüberschreitungen während des Camps zu vermindern…


Was bedeutet Awareness?
Achtsam -aufmerksam – handlungsfähig sein, in der Unterstützung von Kämpfen gegen Ungleichbehandlung und in Zusammenhang mit Missachtung von körperlichen, psychischen und persönlichen Grenzen und übergriffigem Verhalten
Wir sollten uns bewusst sein, dass wir in einer Welt leben, die Ungleichheiten hervorbringt, Unterdrückung erzeugt, und die bestehendenVerhältnisse aufrechterhält. Wir selbst konstruieren diese Verhältnisse ständig mit und reproduzieren ihre Mechanismen. Das ganze ist eingebettet in eine patriarchalte Kultur, in der Heternormativität und binäre Geschlechterrollen die Norm sind und die cis* Männer über alle anderen Geschlechter hierarchisiert. Deshalb sollten diese sich von den folgenden Zeilen besonders angesprochen fühlen, als Träger von Privilegien und Inhaber der Machtposition. Aber letzendlich gelten sie für alle, denn Übergriffigkeiten können zwischen allen stattfinden. Deshalb müssen wir anerkennen, dass auch das A-Camp kein Raum ist, der per se frei von Diskriminierungen ist auch wenn wir versuchen wollen einen möglichst geschützen Raum zu schaffen.

Wir sollten Awareness als einen kollektiven Prozess verstehen, der alle Menschen dazu anregt, sich eigener Privilegien und der Machtstrukturen, in die sie eingebettet sind, bewusst zu werden.
In einem Raum der repressive, regelbewahrende Organe ablehnt, sollten alle kollektiv Verantwortung übernehmen. Überlass es nicht “den anderen” aktiv zu werden.

Dazu gehört, dass alle auf dem Camp sensibel für ihr Umfeld sind und in problematische Situationen deeskalierend einschreiten. Handelt es sich um Fälle, in denen strukturelle Diskriminierung passiert, sollte Solidarität mit den Betroffenen gezeigt werden. Es kann auch der Ansatz sein, persönliche Konflikte zu entprivatisieren und gemeinsam in der Gruppe nach Lösungen zu suchen.

Es hat sich gezeigt, dass der Versuch von gemeinsamer Verantwortungsübernahme derzeit alleine häufig leider nicht ausreicht, um Diskriminierungen zu vermeiden, da Sozialisierung und Machtstrukturen oft noch zu tief in uns verankert sind. Besonders Menschen in privilegierten Positionen sind sich oft nicht bewusst, dass das Ausleben ihrer so gennanten „Freiheiten“ die Freiheit anderer Menschen (stark) einschränken kann.

Außerdem gibt es Personen, die sich von vornherein von einer Teilnahme am Camp ausgeschlossen fühlen, sollte es kein Awareness-Team geben. Die Orga-Gruppe war sich als Ergebnis verschiedener Diskussionsprozesse darin einig, dass es deshalb ein zusätzliches Awareness-Team geben sollte, das für betroffene Menschen da ist.

Es ist angedacht, einen nach Möglichkeit dauerhaft besetzen Awareness-Punkt zu haben, an den sich Menschen jederzeit wenden können. Aufgrund dessen ist es auch wichtig das Menschen sich aktiv an dieser Struktur beteiligen. Wie Awareness-Arbeit darüber hinaus aussehen soll, wird sich aus den Gegebenheiten auf dem Camp ergeben.—→ wie stellen wir uns awarenessarbeit am camp vor?

Um keine weiteren Machtstrukturen entstehen zu lassen und einer bestimmten Gruppe an Menschen nicht mehr Befugnisse zuzusprechen, soll das Awareness-Team eine offene Gruppe sein. Prinzipiell kann jede Person, unabhängig von Erfahrung, Teil des Awareness-Teams werden. Für eine gelingende Awareness-Arbeit ist es dennoch wichtig, gegenseitige Absprachen zu halten und die Arbeit gemeinsam zu reflektieren. Aus diesem Grund ist es angedacht, auf dem Camp regelmäßige Awareness-Plena abzuhalten.

Wenn du dir das vorstellen kannst, dann schreibe gerne auch schon im Vorfeld an:
a-camp@riseup.net


Weiters wird es Buttons geben, welche alle Personen tragen können, welche gerade genügend Ressourcen und Lust haben, als Ansprechpersonen erkennbar zu sein um für emotionale und Awarenessarbeit zur Verfügung zu stellen außerhalb von Schichtplänen.


Be careful with each other, so we can be dangerous together!

Hier ein paar Lesevorschläge und Websites, die sich mit den Themen Sexismus und Feminismus, Rassismus, Konsens, Psychische Varianz, Tranformative Gerechtigkeit, Antisemitismus, Unterstützung von Betroffenen, Intersektionalität, toxische Männlichkeit u.v.m. beschäftigen:

Awarenetz.ch Material

queer_topia* Material

Infotisch Dortmund

Transformative Justice Kollektiv Berlin

Männlichkeit und Feminismus kritmaen.noblogs.org

Texte: